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Die Nichtmachbarkeit von Konstruktionen von vornherein erkennen und vermeiden (Raimund Probst)
In manchen Fachkreisen geht die Mär um, daß Putzrisse bis 0,1 mm Breite kein Problem darstellten. Da sollte man erst mal prüfen, wie viele Moleküle Wasser (H 2 O) durch einen Spalt von 0,1 mm Breite hindurch passen. Es sind, wer hätte das gedacht, über 217000, neben- einander! Molekülgröße + Molekülabstand: 0,28 nm + 0,18 nm = 0,46 nm, 1 nm = 10 Ångström = 10 -6 mm, 1 nm = 1 Nanometer = 1 millionstel Millimeter, (Quelle: Prof. Dr. Ing. N. Eisenhauer, Hochschule Karlsruhe) Man teile 0,1 mm durch 0,46 nm, dann kommt man auf über 217000. Wasser dringt also in die feinste Ritze, in den engsten Spalt. Es kommt auch noch der Kapillareffekt hinzu (je enger eine Röhre, desto weiter wird eine Flüssigkeit ein- oder gar hoch „gesaugt“). Wasser ist nun mal der Bauschadenerzeuger No. 1.
Durch Aufweichen, durch Auf- und Anlösen, durch Hinterlaufen, durch Abdrücken, durch Sprengen beim Gefrieren, etc. wirkt es auf nahezu jeden Baustoff schädigend ein. Nun stelle man sich einen 0,1 mm breiten Riss in einer Putzoberfläche (gestrichen oder auch nicht) vor. Wer glaubt jetzt noch, daß Putzrisse bis 0,1 mm Breite kein Problem, kein Zeichen eines Bauschadens sein könnten? (zurück)

Haarrisse und Bauschäden

(06.01.20)