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Die Nichtmachbarkeit von Konstruktionen von vornherein erkennen und vermeiden (Raimund Probst)
Ein Hausbesitzer wollte einen neuen Gartenzaun. Der Zaun liegt direkt an der Straße, der Gehweg führt unmittelbar daran vorbei. Das Design sollte nicht gerade 08/15 sein. Und er sollte lange haltbar lackiert werden. Wobei der Lack selbst noch einen modernen Glimmereffekt haben sollte. Gesagt, getan, er ließ einen Schlosserbetrieb den gesamten Zaun herstellen, liefern und einbauen. Dieser bot an: „Gartenzaun aus Schmiedeeisen, feuerverzinkt, pulverbeschichtet im Farbton DB 703“ Der Kunde wäre nach der Montage auch zufrieden gewesen, wenn da nicht immer wieder deutlich abweichende, nicht gerade als glatt zu bezeichnende, Oberflächen sich abzeichneten. Zudem waren auch immer wieder nicht geschlos- sene Lackfilme festzustellen, in die Wasser eindringen und im Laufe der Zeit Lackschäden verursachen konnte. Aber sehen Sie selbst: Fast schon „natürlich“, daß der Kunde dies so nicht hinnehmen wollte. Nur nebenbei: Wie ein Zaun aus Schmiedeeisen („handwerklich durch einen Schmied oder Kunstschmied in Form gebracht“) sah er nicht gerade aus, sehr viel eher wie einer, der industriell gefertigt und beschichtet wurde. Der Kunde forderte also Beseitigung der Mängel. Leider wären sie aber nicht vor Ort und nicht mit einfachem Nach- schleifen und Nachlackieren zu beseitigen gewesen. Man hätte den Zaun abbauen, wegfahren, auseinanderbauen, nacharbeiten, wieder zusammenbauen, anliefern und wieder montieren müssen. Wenn man sich überlegt, was eine Neuherstellung solcher „Industriezäune“ kostet, mußte man an eine Neuherstellung denken, die wohl billiger gekom- men wäre. Höchst unangenehm jedenfalls für beide Parteien. (zurück)

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Gartenzaun lackiert

(13.03.20)