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Die Nichtmachbarkeit von Konstruktionen von vornherein erkennen und vermeiden (Raimund Probst)
Vereinbart man, daß eine Beschichtung, ein Anstrich in einer bestimmten RAL-Farbe (z.B. RAL 9010 Reinweiß) sein soll, so kann/darf es doch anschließend keine Abweichungen geben? Was ist, wenn Wandfarbe und Türzargenlackierung unmittelbar nebeneinander (im gleichen RAL-Farbton vereinbart) dann doch nicht ganz identisch sind? Wenn pulverbeschichtete Zargen und Türblätter verschiedener Hersteller, wenn Vorhänge und Wandfarbe nicht exakt den gleichen Farbton aufweisen? Wenn der Farbton vor Ort nicht exakt mit dem Muster aus der RAL-Farbkarte zusammenpaßt? Liegt dann ein Sachmangel vor? Oder sind Abweichungen in gewissen Grenzen (Toleranzen) hinzunehmen? Wo sind solche Toleranzen festgelegt? Es wird den geneigten Leser, selbst Bauprofis, sehr wahrscheinlich überraschen, was der RAL dazu sagt! So bleibt nur, Toleranzgrenzen zu Farbabweichungen vorab zu vereinbaren. Oder hinzunehmen, daß unterschied- liche Werkstoffe, unterschiedliche Applikationsverfahren, unterschiedliche Glanzgrade, etc. trotz „exakter“ Farbvereinbarung“ mehr oder weniger große Abweichungen aufweisen können. Ansonsten ist Streit fast schon programmiert. P.S.: So ganz nebenbei sollte man auch so manche RAL-Farbbezeichnung nicht wörtlich nehmen. RAL 9010 heißt zwar offiziell „Reinweiß“, aber sehen Sie doch mal daneben die Muster RAL 9003 Signalweiß oder RAL 9016 Ver- kehrsweiß (alle ganz unten auf der Seite) an. Halten Sie mal ein weißes Blatt Papier daneben. Ein „reines Weiß“, was der Name vermuten läßt, ist das sicher nicht. (zurück)

Farbtoleranzen nach RAL

(07.03.20)